Gemeinde Schleifreisen

Dorfstraße 54a
07629 Schleifreisen

Bürgermeisterin Frau Wulf

Telefon: 036601-83607
Fax:      036601-938418

Donnerstag: 17.00 – 19.00 Uhr

Ort

  • Wasserturm in Schleifreisen
  • Gemeindehaus in Schleifreisen

In Schleifreisen leben zurzeit 450 Einwohner auf einer Fläche von 702 ha.

Der Ort liegt im oberen Teil des Zeitzgrundes, inmitten der Saale-Elster-Buntsandsteinplatte. Südlich der Ortslage erstreckt sich ein ausgedehntes Hochplateau, das vorrangig landwirtschaftlich genutzt wird.
Den Kern des Ortes bildet die in den Jahren 1769/70 neu erbaute Kirche. Dieser Neubau wurde erforderlich, da die alte, dem St. Jacobus geweihte Kirche, baufällig geworden war und für die Bewohner nicht mehr ausreichte.
Am Ortseingang von Schleifreisen befindet sich der weithin sichtbare Wasserturm. Baubeginn war der 15.04.1929 und nach dessen Fertigstellung wurde ein großes Wasserfest gefeiert. Jeder Haushalt in Schleifreisen war nun an das Wasserleitungsnetz angeschlossen. Der Wasserbehälter des Wasserturmes hatte ein Fassungsvermögen von 160 m³. Der Wasserturm wurde in den Jahren 2008/2009 vollständig saniert und gehört zu den Wahrzeichen von Schleifreisen. Im Mai 2010 konnte er wieder voll funktionstüchtig übergeben werden.

Der Freiwilligen Feuerwehr Schleifreisen steht er jetzt als Löschwasserreservoir zu Verfügung.

In dieser Gemeinde lebten die Bürger schon vor vielen Jahren von den Produkten, die sie aus den großen Wäldern gewannen. Es gehörte dazu die Bäume zu fällen und zu Tal zu schleifen. Die andere Hälfte des Ortsnamens kommt von der Kein- und Pechgewinnung. Dazu musste man die Bäume einritzen oder reißen. Beides zusammen ergibt Schleifreisen.
Das Dorf gehörte 1433-1655 zu den Herren zu Lichtenhain, dann zu derer von Brand.
Der 30-jährige Krieg tobte auch in Schleifreisen. Die Bewohner flüchteten in die Wälder, weil ein kroatischer Söldner die Pest eingeschleppt hatte. Im Kirchenbuch ist aber nichts weiter vermerkt. Es weist große Lücken auf. Die Schleifreisener Bauern sollten mehr Fronarbeit beim Lehnsherren Valentin von Lichtenhain aus Gleina leisten. Aber die Schleifreisener Bauern waren schon immer ein streitbares Volk und weigerten sich. Sie führten einen Fronprozess gegen den Lehnsherren von Gleina am zuständigen Hofgericht Jena (1618 - 1621). Am Ende des Prozesses stand ein Vergleich zwischen beiden Parteien. Die jährliche Fron und Ordnung wurde zwischen den Einwohnern der Gemeinde Schleifreisen und der Familie von Lichtenhain so aufgeteilt, dass die streitbaren Schleifreisener einverstanden waren. Seit 1846 zahlten die Schleifreisener keine Frongelder und forderten die kostenlose Abschaffung. 1856 zahlten sie nach langem Streit 300 Taler Abstand und brauchten danach keine Abgaben mehr zu leisten.