Das Rathaus

Rathaus - Außenansicht
Rathaus - Außenansicht
Rathaus - der Saal
Rathaus - der Saal
Kulturpark am Rathaus
Kulturpark am Rathaus

Seit nunmehr über 100 Jahren hat Hermsdorf sein Rathaus. Bis es zur Einweihung kam, vergingen vom Tag der Antragstellung an das Ministerium in Altenburg rund 32 Jahre, da das Gesuch, weitergeleitet an das Gerichtsamt in Eisenberg, abgelehnt wurde.
Mit dem Anschluss von Hermsdorf an das Eisenbahnnetz im Jahre 1876 und dem Bau der Hermsdorfer Porzellanfabrik (am 6. Januar 1890 nahm sie die Produktion auf) hatte die Gemeinde eine weitere wesentliche Entwicklung genommen.
Es ist zu vermuten, dass gerade diese beiden Faktoren die Genehmigung des Rathausbaues wesentlich beeinflusst haben. Im Mai 1896 konnten die Arbeiten zum Rathausneubau beginnen.
Zur Finanzierung wurde bei der Herzoglich Sächsischen Landesbank in Altenburg eine Anleihe von 80.000 Mark aufgenommen. Von den Gesamtkosten einschließlich Inventar von rd. 139.000 Mark konnte bereits am 27.Februar 1898 die letzte Rate an die Unternehmer in Höhe von 30.000 Mark gezahlt werden.
Dank des zügigen Voranschreitens des Baugeschehens konnte am 1. Oktober 1897 die Einweihung des Rathauses erfolgen.
Im Verlaufe seiner 115-jährigen Geschichte war das Hermsdorfer Rathaus nicht nur Heimstätte für Bürgermeister und Gemeindeverwaltung, seit 1969 Stadtverwaltung und Gasthof für Hermsdorfer Bürger und Besucher, sondern gleichermaßen ein Ort, an dem auch eine Reihe anderer Institutionen und Einrichtungen untergebracht waren. In diesem Haus befanden sich einst eine Sparkasse, eine Verkaufseinrichtung und das Standesamt, letzteres ist auch heute noch hier zu finden.
Zum Rathaus gehört auch ein Saal mit ca. 200 Plätzen, der mit einer 6x3 m großen Bühne, einer Beschallungsanlage und einer transportablen Leinwand ausgestattet ist.
In den 50-iger und 60-iger Jahren fanden regelmäßig im Rathaussaal Tanzabende, aber auch größere Kulturveranstaltungen der verschiedensten Art statt, an denen z.T bekannte Künstler des Rundfunks mitwirkten.
Anlässlich gesellschafts- oder kommunalpolitischer Höhepunkte, heimatgeschichtlicher Jubiläen, wie 700-Jahrfeier (1956), Verleihung des Stadtrechtes (1969) und 25 Jahre Stadtrecht (1994), fanden die jeweiligen Festveranstaltungen im Rathaus statt.
Am 17. Januar 1996 schlossen sich hier die Stadt Hermsdorf und die Gemeinden Mörsdorf, Reichenbach, Schleifreisen und St. Gangloff zur Verwaltungsgemeinschaft Hermsdorf zusammen, die bis Oktober 2000 ihren Sitz im Rathaus hatte.
Auch in der Gegenwart wird der Saal für die unterschiedlichsten Veranstaltungen der Stadt und der hiesigen Vereine genutzt, wie z.B. Faschings- und Tanzveranstaltungen, Stadtratssitzungen, Bürgerforen, Tanzschule und Verkaufsveranstaltungen.
Unter dem Rathaussaal befinden sich umfangreiche Räumlichkeiten für Ausstellungen und Lager für die Technischen Sammlungen des Vereins für Regional- und Technikgeschichte.
Weiterhin gehört zum Rathaus der Kulturpark mit Fläche für Veranstaltungen im Freien.
Der Festplatz ist für Volksfeste bzw. Großveranstaltungen aller Art geeignet. Mit einer Größe von ca. 3.700 m² bietet er für ca. 5.000 Personen Platz. Er verfügt über Stromanschlüsse bis 380 V/63 A(Gesamtleistung bis 80 KW möglich), Wasseranschlüsse und über eine große Freiluftbühne (ohne Überdachung), hinter der sich auch Künstlergarderoben und Sanitäranlagen befinden. Der Festplatz ist mit Verbundsteinpflaster befestigt und dadurch zu jeder Jahreszeit nutzbar. Anmietung bzw. Nutzung ist nach Vereinbarung möglich.
Das barocke Äußere des Baues zeigt sich heute dem Betrachter noch fast genauso wie zur Eröffnung vor über 115 Jahren, wogegen das Innere des Rathauses viele Veränderungen erfahren hat. Der Einbau neuer Fenster und die letzte Erneuerung der Fassade erfolgten anlässlich der 750-Jahr-Feier im Jahr 2006.