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Das Pechofen-Schaumodell

  • Schleifreisen, Pechofen
    Schleifreisen, Pechofen

Das mittelalterliche Waldgewerbe des Pechsiedens hat sich Jahrhunderte lang im Zeitzgrund erhalten. Alte Meilerplätze können noch heute im Riechhaingrund festgestellt werden. Beim Köhlern sind wertvolle Bestandteile des Holzes ungenutzt entwichen. Durch eine verbesserte Technologie des Pechsiedens konnte man diese verwertbaren flüchtigen Stoffe auffangen und der Nutzung zuführen. Kienreiches (harzhaltiges) Holz, vornehmlich von der Kiefer, wurde in einem dafür erbauten Ofen bei einer Temperatur von 400° C unter Luftabschluss trocken destilliert. Als Endprodukte entstanden flüssige Stoffe wie Holzessig, Kienöl, Holzteer, schwere Peche, Holzkohle fiel dann außerdem noch in voller Menge an.

 

Es wurden große Mengen an Pech im Schiffbau, zur Abdichtung von Fässern für die Getränkeherstellung oder für das Schuhmacher- bzw. Sattlereihandwerk benötigt. Die leichtflüssigen Stoffe fanden in der Arzneimittelherstellung Verwendung.

Pechsieder und Harzschaber hießen im Volksmund auch „Holzwürger", damit sollte zum Ausdruck kommen, dass durch sie das Holz stark angegriffen und verbraucht wurde.

1975 wurden durch Bodendenkmalpfleger Reste eines großen Pechofens im Zeitzgrund ausgegraben. Dieser Pechofen wurde in originalen Ausmaßen mit zum Teil ursprünglichen Materialien in Schnittansicht von den Aktiven Mitgliedern des Schleifreisener Kulturvereins in dreijähriger Bauzeit wieder errichtet. Dieses Bauwerk ist ein geschütztes Bodendenkmal.

Das Pechofen-Schaumodell hat

eine Gesamthöhe von 5,50 m

eine Innenhöhe von 5,00 m

einen Durchmesser von 3,40 m.